Kapuzinerkloster

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Kapuzinerkirche beim Stadtmuseum Klausen

Das Kapuzinerkloster, die Kapuzinerkirche, die Loretokapelle und der berühmte Loretoschatz gehen auf eine Stiftung der spanischen Königin Maria Anna. Kirche und Kloster wurden zwischen 1699 und 1701 erbaut.

Die Kapuzinerkirche ist in ihrer Schlichtheit ein schönes Beispiel für die Architektur des Ordens. In einer Nische über dem Hauptportal erhebt sich die Marmorstatue des Schutzpatrons der Kirche, des heiligen Felix von Cantalice, an dessen Seite zwei Engel die Insignien des spanischen Königshauses tragen.

Die Blätter des Haupt- und des Seitenaltares stammen beide vom lombardischen Maler und Kupferstecher Paolo Pagani (1655-1716), der an zahlreichen europäischen Fürstenhöfen tätig war und in verschiedenen Dokumenten als der „Maler der spanischen Königin“ bezeichnet wird.

Beide Arbeiten wurden im Jahre 1702 abgeschlossen. Der Hauptaltar zeigt den hl. Felix von Cantalice bei der Verehrung des Jesukindes und der Muttergottes, welche ihm gemäß christlicher Tradition ob seiner Großherzigkeit erschienen sind. Dieses Werk bildet in seiner Gesamtheit eines der prächtigsten Beispiele vom ausgereiften Schaffen Paganis. Die beiden Seitenaltäre, welche die hl. Dreifaltigkeit mit Muttergottes, den hl. Antonius und Engel sowie die hl. Anna, Maria und den hl. Joachim darstellen, wurden früher Carlo Cignani zugeschrieben. Erstere Arbeit stammt aber von einem unbekannten Künstler, höchstwahrscheinlich lokaler Herkunft, während das zweite Blatt vom lombardischen Maler Stefano Maria Legnani (1661-1713) geschaffen wurde. Legnani gibt damit ein brillantes Beispiel der klassizistischen Schule Bologneser und römischer Prägung, das zwischen Cignani und Maratta einzuordnen ist. Das Motiv wurde vom Künstler in einem Bild mit geringen Abweichungen wiederholt, das in der Kirche zur hl. Maria von San Celso in Mailand hängt.