Hannes Vonmetz Schiano | phantom zone

Eröffnung |  Freitag 27. Juni 2014 | 18 Uhr

Dauer der Ausstellung | 28.6. – 26.7.2014

Öffnungszeiten | Di–Sa | 9.30–12 und 15.30–18 Uhr | So und Mo geschlossen

Hannes Vonmetz Schiano 1976 in Brixen geboren
Lebt und arbeitet in Brixen und Düsseldorf

Dort, wo bis vor kurzem noch die Meisterwerke des Loretoschatzes, höchste Exemplare der handwerklichen Errungenschaften des Homo Faber vor dem Eintreten der Finsternis unserer Tage, ausgestellt waren, präsentiert uns Hannes Vonmetz Schiano eine erstaunliche und originelle Zusammenfassung, wie zeitgenössische Kreativität dargestellt werden sollte.

Damit weißt er uns den Weg zur Rückgewinnung des erzählerischen Genres in der bildenden Kunst. Ein Vorhaben das nur möglich ist, wenn man neue Themen entwickelt und es schafft, diese in passender Form wiederzugeben. Der Künstler erweist den Räumlichkeiten großen Respekt, indem er in diesen ein eigenes „Ambiente“ erschafft (gleichzeitig Behälter und auch Inhalt). Eine Art Wunderkammer, in der er uns das Objekt „Gemälde“ präsentiert. Ein aufrichtiger und ehrlicher Verzicht auf die Nutzung des von den Räumlichkeiten ausgestrahlten Charmes, mit dem des Öfteren spekuliert wird.

Hannes Vonmetz Schiano befasst sich hier mit dem Thema des Ursprungs des Kosmos, als alle Kraftfelder vereint und die absolute Symmetrie noch erhalten waren. Symmetrie als Schönheit, Schönheit als Quelle aller Physik. Eine Wahrheit die von den neuesten Entdeckungen über die inflationäre Urphase bestätigt wird. Diese führen zur Akzeptanz der „Viele-Welten-Interpretation“, wo jedes einzelne dieser Universen ein eigenes Zeit-Raum Kontinuum besitzt. Dieses Konzept übernimmt der Künstler aus der Welt der Comics, durch eine Wiederaufwertung der „Pop“-Sprache welche eine weitere inhaltliche Nuance darstellt.

Gerade diese „Paralleluniversen“ sind die nötige Voraussetzung für die „phantom zone“. Eine Art Limbus außerhalb des Zeit-Raum Kontinuums, in welchen in Supermans Geschichten Übeltäter verbannt werden, der aber gleichzeitig auch eine sichere Zuflucht beim Warten auf bessere Zeiten darstellt. Ist der Besucher erst einmal in diese Phantom Dimension eingetreten, wird er sich in der Ur-Symmetrie wiederfinden.

Sein Abbild wird gespiegelt, indem der Besucher sich vor vier gegenüberstehenden Gemälden befindet die wiederum an vier gegenüberliegenden Wänden hängen. Abbildungen, welche wiederum Spiegelbilder zu sein scheinen, die aber ihre eigene, autonome Materialität besitzen. Wir befinden uns nicht in Gegenwart abstrakter Werke, sondern einer Abbildung der billionstel Sekunde, in der unser Universum, kaum größer als eine Orange, seine Symmetrien in einer Art sprudelndem Hyperknall, bei dem es die Energie von 100 Milliarden Elektrovolt freiließ, ausschleuderte. Seit diesem Moment hat sich der Kosmos stark verändert und das Wiederentdecken seiner Schönheit ist ausschließlich den Künstlern vorbehalten. Also denen die laut Werner Heisenberg als Einzige die Wirklichkeit von Innen durchdringen können.

So fallen uns in Hannes Vonmetz Schianos „phantom zone“ die Verse Rilkes ein:
„Durch alle Wesen reicht der eine Raum:  Weltinnenraum … .