AUSSTELLUNG

LOIS HECHENBLAIKNER

Hinter den Bergen

Eröffnung
Freitag 11.05.2018, 18 Uhr

Dauer der Ausstellung | 12.5. – 23.6.2018
Di-Sa 9.30-12, 15.30-18 Uhr
So, Mo, und 2.6. geschlossen

Berge, Vieh, traditionelle Arbeitswelt auf der einen Seite. Reklametafeln, Après-Ski-Hütten, und Exzesse einer enthemmten Freizeitgesellschaft auf der anderen. Der Ort des Geschehens ist derselbe: Die Alpen. Sechs Jahrzehnte  trennt die alte Welt von der neuen – und doch eine ganze Ära.

Lois Hechenblaikner zeigt auf frappierende Art und Weise, wie sich die Alpenregion innerhalb von nur zwei Generationen verändert hat. In Gegenüberstellungen präsentiert er jeweils ein Schwarz-Weiß-Bild des verstorbenen Agrar-Ingenieurs Armin Kniely neben einem selbst fotografierten Farbbild und bezieht zwei formale Szenerien – die eine aus dem vergangenen, die andere aus dem heutigen Zeit – aufeinander.

Die Inhalte unterscheiden sich, doch die entdeckten formalen Ähnlichkeiten in der Bildkomposition sind grotesk. Heute blüht nicht die Landschaft, sondern der Massentourismus. Kühe sind nunmehr aus lila Plastik, nicht Heuballen, sondern Golftrolleys werden im Konvoi über die Wiesen gezogen.

Hechenblaikner analysiert mit den Gegenüberstellungen treffend die Veränderung einer agrarwirtschaftlichen Nutzlandschaft zu einer benutzten Freizeitlandschaft, den Verlust der Traditionen und die Individualisierung der Gesellschaft. Jede Doppelseite konfrontiert den Betrachter mit einer neuen, skurrilen, bitterbösen, mitunter tragikomischen Pointe. Mit der Kritik an der massentouristischen Alpenbewirtschaftungsindustrie zeigt Hechenblaikner ein regionales Phänomen, formuliert aber eine allgemeingültige Bedeutung in einer zeitlosen Sprache.

Lois Hechenblaikner, geboren 1958 in Tirol, war fast zwei Jahrzehnte lang in vielen Ländern Asiens als Reisefotograf tätig. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der tourismusbedingte Wandel der Tiroler Landschaft und dessen Folgen für die Menschen das zentrale Thema in seinem fotografischen Werk, das er in ausdrucksstarke, brisante Dokumentationen und künstlerische Positionen umsetzt. So schreibt das Kunsthaus Zürich: „Die intime Kenntnis seines Gegenstandes, die große Ausdauer und Geduld, mit der er verfolgt, wie Eventkultur und Massentourismus das ehemalige Bergbauernland verschandelt haben, machen ihn zum ausdrucksstärksten Dokumentaristen heutiger alpiner Realität. Sarkasmus, Melancholie, Resignation, Protest und Polemik vermengen sich in seinem Werk zu einem frappierenden Panorama der Tiroler Wirklichkeit.“