Ein Kunstschatz kehrt heim

Dank des unermüdlichen Einsatzes der italienischen Sicherheitskräfte ist nach 28 Jahren nahezu der gesamte Teil des gestohlenen Loretoschatzes wieder in Klausen. Bei den jüngst sicher gestellten Stücken handelt es sich um reich gearbeitete Kelchgarnituren, Messkännchen und Hostienbehälter, von denen einige aus dem persönlichen Besitz König Karls II. von Spanien (1665-1700) stammen und um 1700/01 dem Kapuzinerkloster von Klausen geschenkt worden waren.

Nach der erfolgreichen Ausstellung „LA MEMORIA RITROVATA. Tesori recuperati dall’Arma dei Carabinieri“ im letzten März im Quirinalpalast in Rom kehren nun die insgesamt 23 außergewöhnlichen Stücke aus dem Loretoschatz nach Klausen zurück, die zusammen mit anderen 1986 gestohlen worden waren. Sie waren im Spät-herbst 2013 von der Spezialeinheit der Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale sicher gestellt und aufwendigen Restaurierungs- maßnahmen unterzogen worden. In der Museumsgalerie des Stadtmuseums Klausen wurden sie danach in der Ausstellung „Ein Kunstschatz kehrt heim. Sonderausstellung der 2013 sicher gestellten Objekte des Loretoschatzes“ dem Publikum präsentiert. Nun kann der Loretoschatz wieder in seiner ganzen und fast vollständigen Pracht bewundert werden. Die kostbaren sakralen Gegenstände wurden in die Sammlung integriert und können nun im Kapuzinerkloster, dort wo sie vor über 300 Jahren aus dem entfernten Spanien nach Klausen kamen, besichtigt werden.

Die Gründung und Errichtung des Klosters und die Stiftung des dazu gehörigen Loretoschatz wurden 1699 von der spanischen Königin Maria Anna veranlasst, die damit die Bitte ihres Beichtvaters, P. Gabriel Pontifeser (gebürtig 1653 auf der Frag bei Klausen) erhörte. Diese außergewöhnliche Sammlung war ursprünglich in der Loretokapelle, von der sie auch ihren Namen erhielt, untergebracht.

Dieser einmalige Schatz umfasst vornehmlich kirchliche Paramente, religiöse Gegenstände und Gemälde, die größtenteils aus Werkstätten spanischer, italienischer und niederländischer Künstler und Kunsthandwerker (16.–17.Jh.) stammen. Besonders erwähnenswert ist der Feldaltar des spanischen Königspaares.